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Martin-Luther-Universität
Institut für Slavistik und Sprechwissenschaft
Seminar für Slavistik

Raum 3.02.0
Adam-Kuckhoff-Str. 35
06108 Halle (Saale)

Telefon: +49 345 55-2 35 51
Telefax: +49 345 55-2 70 46

Bürozeiten: Montag - Freitag;
Sprechzeiten:
Montag von 10.30 - 12 Uhr, Dienstag u. Donnerstag von 10 - 12 + 13 - 15 Uhr und Mittwoch von 12 - 14 Uhr sowie nach Vereinbarung

Postanschrift:
Martin-Luther-Universität
Institut für Slavistik, Sprechwissenschaft u. Phonetik,
Seminar für Slavistik
06099 Halle (Saale)

Das Goethe-Institut sucht SprachassistentInnen für Russland, Kasachstan und Ukraine

Das Bild zeigt das Logo des Goethe-Instituts

Das Bild zeigt das Logo des Goethe-Instituts

Das Goethe-Institut ist das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland. Wir fördern die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland und pflegen die internationale kulturelle Zusammenarbeit. Darüber hinaus vermitteln wir ein umfassendes Deutschlandbild durch Informationen über das kulturelle, gesellschaftliche und politische Leben. Das Goethe-Institut führt im Auftrag des Auswärtigen Amts sprachliche und kulturelle Fördermaßnahmen für die deutschen Minderheiten in einigen Staaten Osteuropas und Zentralasiens durch. Gesucht werden für die Mithilfe bei diesen Maßnahmen

SPRACHASSISTENTINNEN UND SPRACHASSISTENTEN

die in der Zeit vom 1. September 2018 - 31. Mai 2019 in Russland, Kasachstan und der Ukraine* an verschiedene Partnereinrichtungen vermittelt werden.

Art der Tätigkeit:

Unterstützung der Deutschlehrer/innen am Ort, Vermittlung der deutschen Sprache, Landeskunde und Kultur im schulischen und außerschulischen Bereich.

Bewerbungsvoraussetzungen:

Initiative und Einsatzfreude, Erfahrung im Unterricht Deutsch als Fremdsprache, muttersprachliche Beherrschung der deutschen Sprache, authentische Kenntnis der politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Situation in Deutschland, möglichst Russischkenntnisse. Sie sollten entweder an einer deutschen Hochschule Slawistik, Germanistik/DaF, Geschichte, Politologie o.ä. studieren (ab 6. Semester oder Ihr Studium in einem der genannten Fächer vor nicht mehr als 6 Jahren absolviert haben.

Angebotene Vergütung:

Die Sprachassistententätigkeit wird mit einem Stipendium in Höhe von 1300€ monatlich und einer einmaligen Reisekostenpauschale gefördert. Die Stipendiendauer beträgt 9 Monate. Darüber hinaus bietet das Goethe-Institut eine intensive Vorbereitung und fachliche Begleitung an.

Ihre Bewerbung sollte ein Motivationsschreiben, einen tabellarischen Lebenslauf mit Zeugnissen, Angaben zu Lehrerfahrung oder/und Praktika, zu Interessen und Fähigkeiten sowie das ausgefüllte Bewerbungsformular enthalten. Senden Sie sie bitte bis zum 15. Februar 2018 an Weitere Informationen und das Bewerbungsformular finden Sie unter:

https://www.goethe.de/sprachassistenten   

*Ukraine 1.Oktober 2018 – 30. Juni 2019

GOETHE-INSTITUT

Zentrale

DACHAUER STR. 122

80637 München

100 Jahre Oktoberrevolution
Symposium "Literatur & Revolution" am 7. November 2017

Poster zum Symposium "Literatur & Revolution"

Poster zum Symposium "Literatur & Revolution"

Hier geht es zum vollständigen Programm:
MLU_Slavistik_Literatur&Revolution_7.11.17_1.pdf (5,3 MB)  vom 11.10.2017

Literatur und Revolution gehen um 1917 eine weitgreifende Verbindung ein, die zu Verklärungen wie Verwerfungen führen sollte. In Lektüren und Analysen ging das fachübergreifende Symposium genau 100 Jahre nach der Oktoberrevolution (nach dem damals in Russland noch gültigen julianischen Kalender der 25. Oktober) dem wechselseitigen Inspirationsgefüge im Zuge des Umbruchs und des postrevolutionären Aufbruchs nach.

Begrüßung Dr. Tatjana Petzer: Revolutionsliteratur zur Einführung

Begrüßung Dr. Tatjana Petzer: Revolutionsliteratur zur Einführung

Die Organisatorin des Workshops, Tatjana Petzer, zeigte in ihrer Einführung zur Revolutionsliteratur Engführungen von Wort, Bild und Tat auf, die sich in den Werken und Aktionen der linken Avantgarde und der proletarischen Kulturbewegung (Proletkul’t), in performativen Formen vom Agit-Theater bis hin zu Reinszenierungen der Revolution als Massenspektakel ebenso manifestierten wie in der literaturtheoretischen Polemik dieser Zeit, die von Vertretern verschiedener Strömungen der Avantgarde und den Wortführern der Oktoberrevolution über das Wechselverhältnis von (revolutionärer) Literatur und Leben geführt wurde.

In den drei anknüpfenden Panels standen Theorie und Praxis revolutionärer Literatur ebenso auf dem Prüfstand wie die Rolle einheimischer wie ausländischer Intellektueller und Autoren, die als Zeitzeugen in verschiedenen Formaten – ob nüchterner Tagebucheintrag oder kritischer Bericht, enthusiastisches Poem oder verschwörungsideologisches Protokoll – auf die Weltveränderung reagierten.

Intellektuelle Konstelllationen - Gabriela Lehmann-Carli und Michael Hagemeister

Professor Gabriela Lehmann-Carli: Die Empathie der Intelligenzija und die Revolution

Professor Gabriela Lehmann-Carli: Die Empathie der Intelligenzija und die Revolution

Professor Gabriela Lehmann-Carli: Die Empathie der Intelligenzija und die Revolution

Das erste Panel kreiste um die intellektuellen Konstellationen der Revolutionszeit, mit anderen Worten: eine komplexe Gemengelage aus Sympathie und Zuversicht, Skepsis und Verleumdung, die der Rote Oktober unweigerlich in In- und Ausland heraufbeschwor. Während die Slavistin Gabriela Lehmann-Carli aus der Perspektive der Empathie die divergierenden Standpunkte der russischen Intelligenzija analysierte, zeichnete der Bochumer Historiker Michael Hagemeister das Konstrukt des ›jüdischen Bolschewismus‹ nach, das nach der Machtübernahme der Bolschewiki weite Verbreitung fand und an antisemitische Feindbilder der »Protokolle der Weisen von Zion« und den Mythos einer jüdischen Weltverschwörung anknüpfte.

Dr. Michael Hagemeister: Die Oktoberrevolution und das Konstrukt des ›jüdischen Bolschewismus‹

Dr. Michael Hagemeister: Die Oktoberrevolution und das Konstrukt des ›jüdischen Bolschewismus‹

Dr. Michael Hagemeister: Die Oktoberrevolution und das Konstrukt des ›jüdischen Bolschewismus‹

Sprache der Revolution - Revolution der Sprache: Anna Jouravel, Sergej Birjukov & Maxim Schuhmacher, Swetlana Mengel

Dr. Birjukov u. Maxim Schuhmacher: Revolution und Avantgarde (Lesung)

Dr. Birjukov u. Maxim Schuhmacher: Revolution und Avantgarde (Lesung)

Dr. Birjukov u. Maxim Schuhmacher: Revolution und Avantgarde (Lesung)

Das zweite Panel widmete sich unter der Überschrift Revolution der Sprache / Sprache der Revolution der russischen Sprache, die aus der Oktoberrevolution – wie Beispiele aus der Avantgarde, der Agitationskunst und des Alltags bzw. des politischen Newspeak zeigten –  gewandelt hervorging. Die Nachwuchswissenschaftlerin Anna Jouravel analysierte die Verwendung von Wort und Reim auf Revolutionsplakaten und fragte nach der kultischen Funktion der auch durch Bildcodes dargestellten Agitationssprache. Nach einer kurzen Einführung in die Poetik der Avantgarde rezitierten der Leiter des Studententheaters DADAZ an der Hallenser Slavistik, Sergej Birjukov, gemeinsam mit Maxim Schuhmacher Revolutionsgedichte von Vladimir Majakovskij, Velemir Chlebnikov, Sergej Esenin und Vasilij Kamenskij in russischer und deutscher Sprache. Abschließend erörterte die Linguistin Swetlana Mengel die Bedeutung von Wortbildungsverfahren der Revolutionszeit und verglich diese mit entsprechenden Sprachveränderungen während der Perestrojka.

Professor Swetlana Mengel: Von der Sprache der Revolution zur Sprache der Perestrojka

Professor Swetlana Mengel: Von der Sprache der Revolution zur Sprache der Perestrojka

Professor Swetlana Mengel: Von der Sprache der Revolution zur Sprache der Perestrojka

Zeitzeugen aus Europa und Übersee: Yvonne Drosihn, Steffen Hendel, Angela Richter, Eva Kowollik & Dusan Hajduk-Veljković, Andrea Jäger, Thomas Bremer

Das letzte zweistündige Panel Zeitzeugen aus Europa und Übersee nahm neben lyrischen Entwürfen und prosaischen Darstellungen des Revolutionsgeschehens insbesondere auch die kleinen Formate der Revolution in den Blick – Notizen, Essays, Reportagen – und betrachtete die verzweigten Rezeptionswege außerhalb des Revolutionslandes. Den Blick auf Russland vom Westen aus richtete zunächst die Slavistin Yvonne Drosihn, die ausgehend von ihrer Dissertation anhand westeuropäischer Autoren und Journalisten die Hinwendung zum revolutionären Russland als antiwestlichen Impuls herausstellte.

Im Anschluss widmete sich Steffen Hendel, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hallenser Germanistik, in seinem Vortrag dem deutschen Malik-Verlag, der sich in den 1920er–30er Jahren explizit auch der Veröffentlichung von Avantgardekunst sowie kommunistischer Literatur verschrieben hatte.

Frau Dr. Yvonne Drosihn

Frau Dr. Yvonne Drosihn

Frau Dr. Yvonne Drosihn

Professor Angela Richter: Ein unorthodoxer Linker auf den Spuren des sowjetischen Experiments: Miroslav Krležas Ausflug nach Russland

Professor Angela Richter: Ein unorthodoxer Linker auf den Spuren des sowjetischen Experiments: Miroslav Krležas Ausflug nach Russland

Professor Angela Richter: Ein unorthodoxer Linker auf den Spuren des sowjetischen Experiments: Miroslav Krležas Ausflug nach Russland

Mit den kritischen Reiseessays des Bandes »Izlet u Rusiju« (1926, Ausflug nach Russland) des kroatischen Intellektuellen und Schriftstellers Miroslav Krleža stellte die Südslavistin Angela Richter eine wichtige Position aus Südosteuropa vor. Im Anschluss daran lasen Eva Kowollik und Dušan Hajduk-Veljković von der Hallenser Südslavistik Fragmente aus Russlandtexten von Krleža, dem serbisch-jüdischen Autor Stanislav Vinaver, der den revolutionären Umbruch in Russland miterlebte, sowie von dem wie Krleža sozial engagierten kroatischen Literaten August Cesarec; die Texte wurden für das Symposium erstmalig ins Deutsche übertragen.

Dr. Eva Kowollik & Dusan Hajduk-Veljković: Jugoslawische Russlandtexte: 1919-1937 (Lesung)

Dr. Eva Kowollik & Dusan Hajduk-Veljković: Jugoslawische Russlandtexte: 1919-1937 (Lesung)

Dr. Eva Kowollik & Dusan Hajduk-Veljković: Jugoslawische Russlandtexte: 1919-1937 (Lesung)

Die beiden letzten Vorträge waren der Zeitzeugenschaft und Reaktionen auf die Russische Revolution in Übersee gewidmet. Die Germanistin Andrea Jäger ging der Frage der Aushandlungen eines Russlandbildes in den USA anhand dreier Texte nach: den berühmten Bericht »Ten Days that Shook the World« (1919) des Journalisten und ‚Augenzeugen‘ der Oktoberrevolution John Reed, Upton Sinclairs Roman »Oil« (1927) und die Reportagen des Pulitzer-Preisträgers H. R. Knickerbocker über die »Rote Wirtschaft« (Ende 20er–Anfang 30er). Der Romanist Thomas Bremer spürte schließlich am Beispiel von Manuel Maples Arces Poem »Urbe (Super-poema bolchevique en 5 cantos)« von 1924 dem Einfluss des Bolschewismus auf die Literatur in Mexiko nach, wo der russische Wortführer der Oktoberrevolution Trotzki eine letzte Heimat fand und ermordet wurde.

Professor Thomas Bremer: Einflüsse der Russischen Revolution auf die Kultur Mexikos

Professor Thomas Bremer: Einflüsse der Russischen Revolution auf die Kultur Mexikos

Professor Thomas Bremer: Einflüsse der Russischen Revolution auf die Kultur Mexikos

Filmvorführung: »1917 – Der wahre Oktober« (2017)

Nach einem Imbiss mit russischen Pirogen und Vodka klang das Symposium mit der Vorführung des animierten Dokumentarfilms »1917 – Der wahre Oktober« (2017) aus. Darin gestaltete die Regisseurin, Katrin Rothe, ihre persönliche Recherche zu den Ereignissen des Revolutionsjahrs auf der Grundlage schriftlicher Zeugnisse involvierter russischer Künstler, Dichter und Intellektueller aus.

Nelken zum Symposium

Nelken zum Symposium

Nelken zum Symposium

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